Montag, Oktober 10, 2005

Die Sache mit den Zinndeckeln
"Also, man muss es nicht tun, nur wenn man mit Freaks unterwegs ist, die das cool finden.
Der Ursprung des Absetzens ist vermutlich der Gebrauch von Krügen aus steingut mit Zinndeckeln: Man stieß an und setze dann ab um mit dem Daumen der "Haltehand" den Deckel zu öffnen und trank erst dann.
Wenn man also auf das Absetzen verzichtet, trinkt man sozusagen durch den eh nicht vorhandenen Deckel ... aber wenns mit Absetzen besser schmeckt, dann sollen die des halt machen!


thx to christian, gezogen aus den Kommentaren

Wie Wunderbar
Welch eine phantastische Erklärung:

"das aufstossen des bierglases entstammt gewohnheiten, die mit dem bayrischen weissbier (weizen) einhergehen.
einem schönen bier gehört schon seit jeher eine blume gesetzt, in bayern nannte man die immer banal nur schaum.
da hier aber in der frühzeit der braukunst die schwierigkeit bestand, den schaum zu halten, gab es gerade beim weissbier den netten trick der wirte, dem bier 2-3 reis- oder andere getreidekörner zuzugeben, da diese durch (hier kommt die physik zu tragen) adhäsionseffekte dafür gesorgt haben, durch ständiges aufsteigen und wieder abfallen, den schaum möglichst lange auf dem bier zu halten.
nun kommt es natürlich auch vor, dass man gerade dann das glas ansetzen möchte, wenn die körnchen oben sind. deshalb stösst man nun das glas noch einmal auf, um die reiskörnchen nach unten abzustossen.
seit einigen jahren, vor allem seitdem das weissbier auch ausserhalb bayerns salonfähig geworden ist, wurde der brauch der beigefügten reiskörner fast vergessen, da ja auch der schaum des bieres mittlerweile durch andere brauverfahren deutlich länger steht. aber gewohnheiten gehen eben nicht ganz so schnell verloren, sie lösen sich von ihren ursprünglichen zusammenhängen und verbleiben dann verwaist."


danke an Herrn Wagner-Lässig, via Email

Freitag, August 19, 2005

Die BZ hat ein richtige Schwemme ausgelöst
"das mit dem anstossen ist klar. Frueher sass man an grossen tischen nd
konnte nicht mit jedem anstossen , der am tisch sass. daher hat man den
krug auf den tisch geschlagen , der tisch an dem alles sassen war dann
das gemeinschafliche medium , um mit allen anzustossen , quasi per
schallwelle durch den tisch."
Gruss T21"

Donnerstag, August 18, 2005

aus den Kommentaren. Von einem Unbekannten:
"Der Brauch stammt aus den Kloster:
Die Mönche durften erst trinken nachdem der Abt getrunken hatte, um die nötige Zeit zun gewinnen, war es üblich, dass die Mönche zunächst absetzen, um dem Abt den Vortritt zu lassen."

.. und noch ein Antwort aus Berlin von "chrusty der clown"
"Hi
die Anwort auf deine Frage, warum man seinen Bierkrug wieder abstellt nachdem man angestossen hat, ist gannzzzzzz simpel.

Du wohnst in Bayern und wie alle anderen Bundesbürger wissen seit ihr was ganz besonderes. Ihr macht alles anders als andere Bundesbürger. Bayern hat nie das gemacht was üblich ist.
Wahrscheinlich war vor einigen hundert Jahren ein Bayer in Deutschland auf Reisen und hat gemerkt, das alle nach dem anstossen das Bier gleich trinken. Also kam er nach Bayer zurück und dachte sich, hey alle anderen machen das so und da wir in Bayern sind legen wir unser Bier nach dem anstossen noch mal hin obwohl es zwar kein sinn macht aber scheiß drauf.

Das ist der Grund warum ihr aus Bayern das so macht wie ihr es macht.

Grüße aus Berlin

Ein Hinweis von "Dornfelder5"
"In früheren Zeiten war es üblich, daß die Rekruten- Werber in den Kneipen ihre Opfer suchten.
Es galt der als geworben, der das Handgeld erhalten hatte.Natürlich hüteten sich die meisten davor, von den Werbern Geld zu nehmen.
Also praktizierten diese eine Münze in das Bierglas ihrer Opfer, was man wegen des trüben Bieres nicht gleich sehen konnte.
Durch das Aufsetzen des Bierglases vor dem Trinken hörte man jedoch, ob eine Münze im Glas war und konnte rechtzeitig dem Werbern entgehen indem man dieses Glas nicht zum Trinken ansetzte.
Dieser Brauch wird übrigens heute noch von den rechtschaffenen fremden Wandergesellen nicht nur in Bayern gepflegt."

"Anstossen und Absetzen" in der Berliner Zeitung

Sehr schön!!! Die Berliner Zeitung hat vor kurzem bei mir angefragt ob ich ein klitzekleines Interview zu anstossen-und-absetzen geben könnte. Auf der Suche nach der perfekten Erklärung habe ich dem natürlich zugestimmt. Heute ist nun der Artikel in der BZ erschienen. Wenn jemand in Berlin wohnt, und mir eine Zeitung von heute senden kann... ;-))) Vielen Dank im Voraus.

Danke an den Redakteur Matthias Kolb für den Artikel!!!

Sonntag, Oktober 03, 2004

Der Nächste Hinweis:
"Hallo :-)
Von einem Braumeister aus Kelheim/Niederbayern, haben wir die Wahrheit über die Notwendigkeit des Absetzens vor dem Trinken erfahren.

Notwendig ist es eigentlich nur deshalb, um den Mittrinkern verstehen zu lassen, daß man fertig mit dem Anstoßen ist und den Krug nun zum Munde führen möchte. Dieses Zeichen verhindert, daß eventuell schon angetrunkene Tischgenossen gerade dann an das zum Mund geführte Glas stoßen, wenn man im Begriff ist, daraus zu trinken. Diese Kollision hätte schlimmstenfalls dem Trinkgenuß sehr abträgliche Verletzungen zur Folge.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Götz
REGENSBURG"


Mittwoch, September 29, 2004

uuuund weiter geht's:

Die Anwort ist ganz einfach. Das Bier steht auf einem Filz, auf dem die bereits gezechten Biere vermerkt sind. Wer beim Anstoßen gleich trinkt, läuft Gefahr, dass dieser "schutzlose" Moment vom Nachbarn, der schon eine größere Zeche hat, dazu "missbraucht" wird, seinen Bierfilz gegen den anderen auszutauschen. Durch das Absetzen kann sich der Trinker vergewissern, dass sein Filz noch am Platz ist .

Grüße

Wolfgang Niederauer

Dienstag, September 28, 2004

Die Preussn und die Bayern

Hallo!

Hier kommt meine Wahrheit zu der interessnten Frage, die ich von einem älteren Mann aus dem fränkischen Dorf in dem ich wohne bei der jährlichen Kirchweih bekommen habe:

Allerdings erklärt die Antwort nur die Herkunft der bayerischen Tradition des Absetzens. Diese stammt aus der Zeit als das bayerische Heer und das preußische Heer gemeinsam gegen Napoleon kämpften. Wie ja bis heute allgemein bekannt ist, mögen die Bayern die "Preussen" als solche nicht besonders. Deshalb war es undenkbar, für einen Bayern mit einem Preussen genauso anzustossen wie mit seinem bayerischen Kameraden. Deshalb wurde als Geste des "Rückgängigmachens" oder "Abwerten" des Anstossens mit dem Preussen das Absetzen auf dem Tisch vor dem Trinken erfunden.

Gruss,

J.P.

Sonntag, September 26, 2004

Das ist eine phantastische Erklärung. Wenn mir jetzt noch ein Historiker das belegen könnte....

"Hallo erst mal,

interessante Frage, die mir auch schon des öfteren begegnete, obwohl ich mich nicht zu den heftigen Trinkern zähle. Antworten habe ich auch schon viele gehört, allerdings kam keine der Wahrheit wirklich nahe, bis ich den Richtigen traf.

Damit nun das Rätseln ein Ende hat, will ich sie lösen:

Zunächst mal ist dieser Brauch wirklich schon sehr alt, und dass er unter den Seeleuten weit verbreitet ist, wie ein anderer Antworter bestätigte, macht tatsächlich Sinn.

Der Brauch stammt mindestens aus dem 17., wenn nicht sogar schon aus dem 16. Jahrhundert. Es war die Zeit der Schiffart, der Kolonialisierung und der großen Kriege. Die Herrscher in Europa führten erbitterte Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in verschiedenen Gebieten Europas und in den Kolonien.

Armeen und Schiffe mussten ausgerüstet werden. Der Bedarf an Menschen, die diese Aufgaben übernahmen, war sehr groß.

Ebenso groß aber war auch der Einfallsreichtum der Großen jener Welt, wie sie diese Massen akquirieren können. Es entwickelte sich eine ganze Branche, die sich nur um den Nachschub an menschlichem Material kümmerte. Werber, das Pendant unserer heutigen Drückerkolonnen, hatten die Aufgabe unter der Bevölkerung Truppen und Mannschaften zu rekrutieren.

Natürlich konnte man das eigene Volk nicht mit Gewalt an die Front zerren. Die neuen Männer wurden unter Vertrag genommen. Verträge und ein Rechtssystem das diese regelt gab es durchaus. Da die meisten jedoch nicht in der Lage waren zu Lesen und zu Schreiben wurden Verträge, auch solche zur Verpflichtung in den Militärdienst, meist per Handschlag oder ähnlichem besiegelt.

Natürlich spielte der Alkohol bei der Rekrutierung eine große Rolle, steigert er doch den Mut. Der Werber kam z. B. zu einem Dorffest, und erzählte vom Krieg. Natürlich waren das nur heldenhafte Geschichten von Ruhm und Ehre, oder dem angenehm faulen Leben in einer Nachschubeinheit, oder was auch immer gerade am meisten Erfolg versprach. Man trank Bier, verstand sich gut, träumte von der großen, weiten Welt und, schwupp, war das Angebot da. Man musste nur zugreifen. Noch mal überlegen? Der erste Sold wurde im Voraus bezahlt. Geld sofort? Hm! Und das alles spät in der Nacht und sturzbetrunken.

Nahm der Proband den Sold an, war der Vertrag geschlossen. Rechtsgültig. Nun war es üblich, dem Zukünftigen seinen ersten Sold in sein Getränk zu geben, trank er davon so hieß das, dass er das Gold angenommen hatte. Auch und vor allem in den Hafenkneipen der großen Hafenstädte war dies eine weitverbreitete und akzeptierte Methode um die Mannschaft eines gerade im Hafen liegenden Schiffes wieder aufzustocken.

Glas war zu dieser Zeit ein sehr seltenes und kostbares Material und selbstverständlich gab es in den Hafenkneipen und Wirtshäusern keine Gläser. Das Bier wurde aus Ton, oder bestenfalls aus Keramikkrügen getrunken. (Bei der Trübheit des Biers zur damaligen Zeit tat dies der Ästhetik ohnehin keinen großen Abbruch.)

So konnte man aber nicht sehen, ob sich im eigenen Getränk ein Goldstück befand. Die einzige Möglichkeit dies vor dem Austrinken des Kruges herauszufinden war, ihn ordentlich auf den Tisch zu knallen. Machte es ?kling?, konnte es sein, dass man schon nächste Woche in vorderster Reihe gegen die Franzosen marschierte, oder unter der glühenden indischen Sonne auf einem Kriegsschiff das Deck schrubbte.

Ich weiß dies übrigens von einem alten schwäbischen Seebären, der über dreißig Jahre auf See verbrachte, und mich beim Trampen auf dem Rückweg von Hamburg (wo er neu angeheuert hatte) nach Tübingen mitnahm.

Viel Spaß noch

schiwulski"


Eine weitere Erklärung:

Hallo!

Ich habe auch noch eine "Erklärung" für diesen Brauch. Auch wenn ich nicht
glaube, dass sie stimmt, ist sie m.E. nach doch trotzdem sehr schön:

Mit dem "Erden" des Bieres dankt man Gott, dem Herrn dafür, dass man dieses
herrliche Bier jetzt trinken darf. Also nicht ein gedankenloses
Herunterschütten, sondern ein (kurzes!) Innehalten und Verweilen.

Prost,
Papakiesel

--
uskiesel.netbib.de

Dienstag, September 14, 2004

Das anstossen und das absetzen des Bieres kommt vom zweiten Weltkrieg..beim absetzen dachte man...gott sei dank ist kein jude am Tisch...Das is leider sehr traurig..aber wahr....:-(

via Mail von pepe45

Freitag, September 03, 2004

Bier Weltreise
Interessanter Artikel bei Freenet.

Mittwoch, August 11, 2004

Eine weitere gute Antwort:
"Ich kenne das von der Marine. Die Back (Tisch) ist ja mit dem Boot oder Schiff verbunden, wenn man dann das Bier auf die Back haut, überträgt sich der Schall ins Wasser. Dies macht man um damit den ganzen ertrunkenen Seeleuten zu gedenken, und damit deren Seelen hören wenn die lebenden Seeleute das machen was jeder Seemann mit am besten kann, Trinken.
Dass deren Seelen das hören wage ich zu bezweifeln, jedoch finde ich das Motto: "Jungs wir denken an euch wenn wir saufen." nicht schlecht.
Hilmar B.
p.S. darin rechtsradikalität zu sehen finde ich etwas übertrieben und sinnlos.

Eine Antwort vom P.M. Magazin
Lieber Herr T.,

Sie fragen P.M.-Magazin, warum man das Bier nach dem Anstoßen auf dem Tisch
absetzt. Das ist keine Höflichkeit und hat auch nichts mit der Lautstärke zu
tun, sondern mit der Hefe. Diesen Brauch gibt es nur bei Weißbier. Weil die
Hefe sich im Glas nach dem Einchenken nach unten absetzt, stößt man das Glas
vor dem Trinken oder nach dem Prost auf dem Tisch auf. Durch die
Erschütterung wird die Hefe im Glas gelöst verteilt sich wieder im ganzen
Bier. Übrigens prostet man sich mit Weißbiergläsern auch nicht mit dem
oberen Rand zu, die Gläser sollen sich "am Fuß" berühren.

Probieren Sie es aus. Viel Vernügen dabei.

Eine andere Frage dürfte Sie interesieren, die wir in P.M. 11/1994
beantwortet haben: Macht Bier, das mit einem Strohhalm getrunken wird,
schneller betrunken?

Mit freundlichen Grüßen
Karin Herold
Chefredaktion P.M. Magazin

Donnerstag, August 05, 2004

Wieder ein paar neue Antworten:

Hallo,
trotz intensiver Recherche konnte auch ich leider nicht die Herkunft dieser Tradition ausfindig machen.
Ich bin nur auf Webseiten gestoßen, die Ihnen schon bekannt waren.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Schmidt
wissen-unserer-zeit
_______________________________________________

Lieber Herr T.!

Darauf kenne ich zwei Erklärungsansätze, einen pragmatischen und einen symbolischen.
der pragmatische: beim anstossen hält man den krug am henkel, beim trinken jedoch ist es bequemer die hand zwischen henkel und krug gleiten zu lassen, sodass die flache hand am trinkgefäß anliegt. den wechsel kann man natürlich am besten vollziehen, wenn man den humpen kurz abstellt. diese geste wurde ritualisiert, sodass man es auch machte, obwohl man keinen humpen sondern ein glas benutzte.
der symbolgeladene: so man mit einem missliebigen menschen anstößt, dient das abstellen dazu, den gerade erwiesenen respekt wieder abzuleiten, zu erden, wirkungslos zu machen (vergleichbar mit den heimlich gekreuzten fingern beim schwur). das abstellen befreit das glas vom freundschaftlichen gruß.

das ist es zumindest, was man so erzählt....

viele grüße

david lins

nachtrag: war gerade auf ihrer internetseite und muss sagen, dass es den deutschen brauern ein armutszeugnis ausstellt, nicht mal einen lösungsansatz hinbekommen zu haben. wirklich erbärmlich...

unicompact
_______________________________________________


Sehr geehrter Herr T.
vielen Dank für Ihre Anfrage! Ich selbst habe diese Sitte auch in
studentischen Kreisen beobachtet (aber nicht nur dort), so daß ich nicht
annehme, daß es sich um einen spezifisch studentischen Brauch handelt.
Wenn Sie einverstanden sind, werde ich Ihre Anfrage gern in der von mir
redigierten Zeitschrift "Studenten-Kurier", einem Magazin für
Studentengeschichte - veröffentlichen. Vielleicht weiß einer der gut 2.000 Leser mehr darüber.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Frische, Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte e.V.


Montag, März 29, 2004

Neue Reaktionen, Neue Antworten:
Sorry, da können wir leider nicht helfen.
Mit besten Grüßen
Radeberger Gruppe AG
Renate Wrobel
Radeberger



Sehr geehrter Herr T.,
vielen Dank für Ihre freundliche E-Mail und Ihre interesannte Anfrage. Wir
bedauern sehr, Ihnen bei Ihrem Anliegen nicht weiterhelfen zu können. Die
Herkunft der von Ihnen beschriebenen Trink-Tradition ist hier im Hause nicht
bekannt.

Mit freundlichen Grüßen

i. A. Ulrike Eschrich
WARSTEINER BRAUEREI



Sehr geehrter Herr T.,

vielen Dank für Ihre Mail vom 21.03.2004. Leider können wir Ihnen darauf keine Antwort geben, aber versuchen Sie es doch einmal beim Deutschen Brauerbund unter: Beck´s Online Team
Vielleicht kann man Ihnen dort weitehelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Monika Petzold
Beck´s Online Team



Sehr geehrter Herr Tschernoussow!

Bezüglich Ihrer Anfrage möchte ich Sie auf die Webseite vom Bierpapst
Konrad Seidl verweisen, wo Sie hilfreiche Informationen zum Thema
Bierkultur finden bzw. den Bierpapst direkt kontaktieren können.

Bierkultur

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Rief
BRAU UNION Communications
Brauunion



Sehr geehrter Herr T.,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen.
Leider können wir Ihre Frage auch nicht beantworten.

Bis dahin viele Grüße

Ihre Paulaner Brauerei
br>

Sehr geehrter Herr T,
mit großem Interesse habe ich die Antworten auf Ihrer Homepage gelesen.
Trotz Rücksprachen mit mehreren Kollegen im Haus, kann ich Ihnen leider keine neuen Antworten aus Lich übermitteln.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg mit Ihrer Homepage und
verbleiben mit freundlichen Grüßen
"aus dem Herzen der Natur"

Petra Schlotterbeck

Licher Privatbrauerei



Hallo!

Tut uns leid, aber wir haben darauf keine Antwort.
Aber wenn Sie es wissen können sie es uns ja schreiben.

MfG

i.A. Chojowski
Eichbaum



Sonntag, März 21, 2004

Es gibt neue Antworten. Hier die No. 1
Sehr geehrter Herr T.,

ich weiß darüber nicht wirklich viel, lediglich, dass es sich um eine süddeutsche Tradition handelt und falls eine Person in der Runde das Absetzen vergisst, dieser die neue Runde an Getränken schmeissen muß. Es gibt ja eine ähnliche Tradition, dass man sich beim Anstossen in die Augen schauen sollte, macht man dies nicht, dann gilt es als unhöflich. Bei der ersten Tradition geht es wohl mehr um "Kontinuität" - es muß ein Grund her, um noch einen weiteren zu sich zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

--
Lars Seyfried
Kampagne für gutes Bier e.V.

Sonntag, Juli 27, 2003

Und wieder eine schöne Antwort
Hallo Werner!
Du hattest bei uns nachgefragt, warum Bier nach dem Anstoßen noch
einmal abgesetzt wird.

Unsere Antwort darauf:

Diesen Brauch gibt es nur in einigen Regionen Deutschlands, insbesondere
im Süden und Südwesten der Republik.
Der Ursprung ist nicht ganz klar, es gibt allerdings versch.
Begründungen dafür:

1. Früher waren die Krüge ausschließlich aus Ton und man konnte beim
Trinken daher den Gegenüber nicht sehen. So wurden sogar Krüge mit
Glasboden entwickelt, um auch beim Trinken seinen Gegen-Trinkanten
beobachten zu können. Es herrschten damals schließlich rauhe Sitten und
die Gefahr, Gift ins Essen zu bekommen oder einen auf den Schädel zu
kriegen, war nicht gering. Das nochmalige Absetzen hatte den gleichen
Sinn: Zu schauen, ob der Gegenüber auch zum Trinken ansetzt oder gar
etwas Böses im Schilde führt.

2. Die 2. Theorie: Mit dem Absetzen des Glases signalisierte man dem
Wirt, dass man noch ein Bier wünscht. So konnte dieser, obwohl das Glas
noch gefüllt war, bereits das Nächste vorbereiten. Man stellte daher das
Glas nicht immer ab, sondern nur zwecks Bierbestellung.


Mit BierIGen Grüssen,

Axel Kiesbye
Obmann BierIG

P.S. Vom 5.-7.9. findet in Hallein bei Salzburg ein riesiges
Bierfestival statt. 150 versch. Biere aus 8 Nationen warten auf Dich.
Für Biermusik und kulinarische Genüsse ist ebenfalls gesorgt. Ich freue
mich auf Dein Kommen. Mehr Infos: www.BierIG.org

Samstag, Juli 19, 2003

Eine weitere, herausgeschwitzte Antwort:
Sie haben mich ganz schön ins schwitzen gebracht, eine Antwort auf Ihre Frage ist gar nicht so einfach. Zunächst ist mir diese Tradition bei meinen eigenen Untersuchungen in Rheinland-Pfalz nur selten begegnet, sie scheint also Regional- bzw. Schichtspezifisch zu sein. Als Erklärung kann ich mir entweder eine Herkunft aus studentischem Brauchtum vorstellen. Hier wurden in Bierkommenden die unterschiedlichsten Trinkvorschriften niedergelegt, mag sein, dass sie von bestimmten Gruppen von dort übernommen wurde. Eine andere Erklärungsmöglichkeit bietet die Vorschrift, dass alle Zechbrüder gleichzeitig trinken sollten, da man annahm, dass derjenige, der nach einerm anderen trinke, dessen Gedanken erraten könne. Das Absetzen des Glases nach dem Anstoßen könnte also als Garantie, dass alle gleichzeitig trinken, dienen. Beides sind allerdings Interpretationen von mir, keine gesichten wissenschaftlichen Erkentnisse. Ich hofffe Ihnen damit trotzdem weitergeholfen zu haben. Sollten Sie weitere Fragen haben,stehe icht als Ansprechpartner gerne nach bestem Wissen ung Gewissen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Birk

Eine Erklärung von Rollinger
Am letzten Wochenende war mal wieder großes Grillfest bei der Familie und da ist mir aufgefallen (es gab Faßbier und das hat ordentlich geschäumt) Das wenn man das Bier vom nassen Tisch hob, noch mal absetzt um die Tropfen die unten hängen abzustreifen. Das passierte ganz unbewusst. So wie wenn die Kaffeetasse übergeschawppt ist und man auch dort die Tropfen am Tassenrand abstreifte.
Bestimmt ist es eine banale Sache mit diesem Ritual.

Öh was ausdenken für das Ritual: Vielleicht stampft man das Glas auf dem Tisch auf um symbolisch mit dem Erdboden anzustoßen um die Toten zu ehren.

Eine Antwort von KerLeone auf die These von Hardy.
Ein kulturwissenschaftlicher Kommentar noch zu der These vom Handwechsel zwischen Zuprosten und Anstoßen auf Deiner Seite:

Man ist in den Kulturwissenschaften früher oft versucht gewesen, Traditionen rationell zu erklären. Teilweise gehört diese Erklärungsweise in den Bereich des Funktionalismus Heute sehen es die meisten Wissenschaftler nicht so gerne, weil er Kultur auf etwas "Sinnvolles" verkürzt. Dabei kann die These zwar durchaus richtig sein, aber nur weil es eine rationelle Begründung ist, darf sie keinesfalls die einleuchtendste und daher wahrscheinlichste sein.

Viele Traditionen haben ihren Sinn verloren oder hatten nie einen. Das menschliche Leben ist und wird nie eines sein, das sich allein am Sinn ausrichtet. Und wenn, dann ändert sich das, was wir als "sinnvoll" bezeichnen sowieso, weil sich die Konzepte und Werte ändern.

Funktionalistisch war etwa die These, dass Kannibalen in Regionen leben, in denen Proteine knapp sind. Das kann nie eine ausreichende Erklärung für ein Verhalten sein. Kultur ist komplex, nicht mechanistisch.

Beim Zuprosten halte ich die obige These auch für unwahrscheinlich, weil das Verhalten gesellschaftlich eingefordert wird. Ginge es nur um die Erleichterung der eigenen Hand, würde daraus keine Sitte entstehen. eher im Gegenteil, man würde dann nicht absetzen, um nicht als Schwächling dazustehen. So wie nur ein Mädchen den Krug mit zwei Händen umfasst.

Mittwoch, Juli 16, 2003

Eine weitere interessante Hypothese;
via Mail
Hallo,

Mir ist folgende Geschichte als Herkunft berichtet worden:
Koenig Ludwig I. musste bei höfischen Anlässen seinen Krug hochhalten
bis jeder anwesende Ehrengast ihm zugeprostet hatte, da das eine
zeitlang dauerte, hat er anschliessend der Krug kurz abgesetzt um die
Armmuskulatur zu entspannen.
Noch heute setzen wir also den Krug eingedenk und zu Ehren König
Ludwig I. ab.

Gruesse - Andreas (geb. in Muenchen Schwabing)
Vollmondlicht

Eine wunderbare, lesenswerte Erklärung von Trink- und Plattenfreund Hardy
via Mail

Hi Jesse,

via Mosaikum.org bin ich auf Deine Frage zum Bier-Absatz gestoßen.
Ich möchte mich auch mit einer ganz persönlichen Erklärung beteiligen.
Rein pragmatischer Natur allerdings - weil ich es leider bisher nicht
zum Bierphilosophen, Volkskundler, Brauer o.ä. gebracht habe. Meine
einzige Qualifikation besteht im konsequenten Umgang mit Bier an
Orten, die dem Umgang mit Bier dienen, vulgo: Münchner Kneipen und
Biergärten. Wo Du ja ausweislich Deiner Linkliste offenbar auch des
Öfteren verkehrst. Und wo Du sicher auch bereits feststellen durftest,
dass die Qualifikationen, die man dort erwerben kann, mitunter das
Leben tiefgreifender verändern können als ein Magister in theoretischer
Bierphilosophie.

An den nämlichen Orten also trinkt man Bier traditionell aus
Litergefäßen, weithin bekannt als Maßkrüge. Es gibt sie in
unterschiedlichen Materialien (Glas, Steingut, Zinn etc.). Was aber
alle sind, ist eins: sauschwer. Der klassische Glaskrug wiegt leer
etwa 1,3 Kilogramm, anständig eingeschenkt wiegt er folglich 2,3
Kilogramm. Selbst bei Wies'n-Schankvolumina ist er noch immer deutlich
zu schwer für eine durchschnittliche Trinker- und sicher auch
Trinkerinnen-Hand, vorausgesetzt, sie will ihn in vollem bis
halbvollem Zustand bei angemessener Trinkgeschwindigkeit, etwaiges
Zittern, Verschütten oder Verschlucken vermeidend, zum Mund führen.

Deshalb kann in freier Wildbahn, gerade bei Experten des Sujets, eine
praktische und kräftesparende Maßkrughaltung beobachtet werden. Der
kundige Maßkrugbenutzer geht wie folgt vor: Er führt die Hand direkt
entlang des Krugs durch den Griff, so dass sich die Handinnenfläche
rund um den Krug schmiegt, der Griff die Mitte des Handrückens
umschließt und der abgewinkelte Daumen oberhalb des Griffes ruht,
womit er zugleich ein Mindestmaß an Kipp- und Rutschsicherheit des
Ensembles gewährleistet. In dieser Hand/Krug-Position (die rechts-
sowie linkshändig praktiziert wird) können sogar Ungeübte mit dem
klobigen Trinkgerät präzise die jeweils gewünschte Menge und
Trinkgeschwindigkeit justieren. Sie ist, was viele Maßkrugbenutzer
über die Jahre herausgefunden haben und noch herausfinden werden, die
einzig adäquate Handling-Variante für sicheren und verlustfreien
Biergenuss.

Für den geselligen und magischen Moment des Anstoßens muss diese
praktische Handhaltung allerdings kurzzeitig unterbrochen werden.
Würde man sie während des Anstoßens praktizieren, wäre die Gefahr
unabsichtlicher oder - Gott bewahre! - möglicherweise gar
absichtlicher Handverletzungen, verursacht durch rauschhaft ruppige
oder schlicht unachtsame Mitanstoßer, unverantwortbar groß. Daher
greift der umsichtige Konsument in Erwartung des Anstoßrituals den
Krug stets am Griff (während dieser Phase ist präzises Handling des
Gefäßes auch vernachlässigbar), um nach Abschluss des Rituals wieder
in den trinkfreundlichen Griff-umschließt-Handrücken-Modus zu wechseln.

Wer nun in diesem diffizilen Moment nicht genau aufpasst, der hat
schnell seinen Bierkrug auf den Füßen bzw. die Pfütze auf dem Tisch.
Es hat sich in der Praxis oft und nachhaltig gezeigt, dass der
geschilderte Wechsel nicht "fliegend", d.h. bei schwebendem
Trinkgefäß, stattfinden kann. Deswegen setzt der auf Sicherheit
bedachte Pragmatiker stets den Krug nach dem Anstoßen kurz auf dem
Tisch ab, um von der Anstoß- in die Trinkhaltung umzugreifen. Das ist,
meiner Meinung nach, die ganze Geschichte.

Dass derjenige, der nach dem Anstoßen nicht absetzt, angeblich die
nächste Runde zahlen muss, gehört in den Bereich der Pennäler-Riten.
Dass man Halbe-Gläser oder "Preiß'n-Halbe", bei denen ein Umgreifen
naheliegenderweise völlig unnötig ist, ebenfalls absetzt, ist meist
entweder der Nachlässigkeit des Trinkers / der Trinkerin, einem
individuell stiernackigen Festhalten an vorgeblichen Traditionen oder
schlicht dem Herdentrieb geschuldet.

Wir fassen zusammen: In Abwesenheit eines Maßkrugs und eines
diesbezüglichen Griffs hat das Absetzen schlicht keinen Sinn. Beim
Handling mit Maßkrügen hingegen ist es sehr sinnvoll und umsichtig. Es
wird uns in diesem Bereich sicherlich noch über Jahrhunderte
begleiten: Nicht als Trinksitte, sondern aus schlichter
gesundheitlicher und trinkerischer Notwendigkeit.


Herzlichst :-)

Trink- und Plattenfreund Hardy

Schon wieder eine Antwort
Diesmal von Frau Ruhleder. Sie ist Trainerin bei dem Management Institut Ruhleder. Unter anderem hat sie das Buch: "Umgangsformen im Beruf. Etikette, Takt..." veröffentlicht.
Sehr geehrter Herr T.,
bei der von Ihnen genannten Tradition dürfte es sich um eine Stammtischregel handeln.

Es entspricht jedenfalls nicht den offiziellen Regeln der Etikette und so würde ich Ihnen empfehlen, diese Tradition bei Geschäftsessen (bei Geschäftsessen gibt es eigentlich kein Bier) nicht zu vollziehen. Es gilt jedoch, sich immer dem Umfeld anzupassen... sollte es dort im Hause so üblich sein.

Ich hoffe, Ihnen ein wenig geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Brigitte Ruhleder
________________________________
MANAGEMENT INSTITUT RUHLEDER



Der Bierpapst wußte mehr
Sehr geehrter Herr  T.

ich habe dieses Thema immer wieder mit meinen Seminarteilnehmern diskutiert.
- Die nächstliegende Erklärung ist eine rein praktische: Wenn man mit Bier anstößt, schwappt leicht etwas über, man riskiert also, dass außen am Bierkrug herunterlaufende Tropfen in den Bart oder auf die Krawatte geraten - durch einmaliges Absetzen kann man dafür sorgen, dass diese Bierreste auf der Tischplatte oder dem Bierdeckel bleiben.
- Ein anderer Erklärungsansatz hat damit zu tun, dass man unbedingt versuchen sollte, mit allen am Tisch anzustoßen, auch wenn sie unerreichbar weit sitzen - um niemand zu beleidigen. Stößt man mit den Erreichbaren an und dann mit dem Tisch, so hat man mit dem ganzen Tisch angestoßen. (So um 1980 habe ich bei einem Besuch in Ostberlin erlebt, dass Gäste kurz an dem auf dem Tisch stehenden Aschenbecher "angestoßen" haben - man hat mir erklärt, dies bedeute, man könne so nicht vergessen, mit jemand am Tisch sitzenden anzustoßen, weil dieses Ritual eben eine Ersatzhandlung darstelle.)
- Ein wieder anderer Erklärungsansatz nimmt das Umgekehrte an: Wenn man mit allen am Tisch sitzenden angestoßen hat, könnte ohne dass es dem einzelnen Tischgenossen bewusst gewesen sein musste, ein nach den damaligen zünftischen Wertvorstellungen "Unehrlicher" (etwa ein Scharfrichter, Abdecker oder auch ein Jude) dabei gewesen sein. Mit einem Unehrlichen durfte man aber als anständiger Bürger im Mittelalter oder der frühen Neuzeit eigentlich nicht trinken; man hätte damit die eigene Ehre und den Ausschluss aus der eigenen Zunft riskiert. Wenn man also den Krug absetzte, bevor man daraus trank, so konnte man damit möglicherweise ein "irrtümliches" Anstoßen mit einem Unehrlichen rückgängig machen.
Ich werde Ihre Frage auch gerne im Newsletter der Kampagne für Gutes Bier veröffentlichen - vielleicht erfahren wir so mehr.
Herzliches Prost
 
Conrad Seidl


Leider kennt er diesen Brauch auch nicht
"besten Dank für Ihre Anfrage. Der Brauch, das Bierglas nach dem Anstossen nochmals abzusetzen bevor man trinkt, ist mir unbekannt. Er ist mir  vor allem studentischen Bereich noch nie begegnet.
Ich bedauere, Ihnen nicht weiterhelfen zu können und verbleibe
mit besten Grüssen und mit einem kräftigen (virtuellen) Zutrunk

Peter Hauser

Der Autor dieser Seite
Aber vielen Dank. Ich bleibe weiterhin dran.

Das ist ja zum Verzweifeln

Subject: Ihre Anfrage an den Deutschen Brauerbund
Tut uns leid, sehr geehrter Herr T.,
wir können Ihnen leider auch nicht weiterhelfen.
mfg
J. H.

Ich komme der Antwort näher
Anstoßen konnte Leben retten
Wissen Sie eigentlich, warum man beim Trinken anstößt? Und warum es dabei früher oft ums Ganze ging?

27.11.2002
Die Sitte, einander zuzuprosten und auf das gegenseitige Wohl zu trinken, reicht weit zurück, und ebenso lange gibt es auch Trinksprüche. Schon Homer berichtete über die Zeremonien der alten Griechen beim Trinken: Der Herr des Hauses schenkte ein, vergoss einige Tropfen zu Ehren der verschiedenen Gottheiten, trank einen Schluck auf die Gesundheit eines Gastes und reichte die Schale weiter.
Bei den Kelten und Germanen ging es etwas derber zu: Die Gelage arteten oft in ein Handgemenge aus, so dass Karl der Große seinen Kriegern in der Armee das Zuprosten verbot. Im Mittelalter dann, also in vor-demokratischer Zeit, hatte das Anstoßen eine andere, ganz besondere Bewandtnis: Meinungsverschiedenheiten oder Machtkämpfe wurden bekanntermaßen gern handgreiflich ausgetragen.
Eine nicht ungewöhnliche Methode, den Gegner aus dem Feld zu räumen, war die Verabreichung von Gift. Um nun sicher zu gehen, dass man beim Trinkgelage nicht einem Mordanschlag zum Opfer fallen würde, wurden die schweren Bierkrüge aneinander gestoßen. Dabei schwappte das Bier von einem Krug in den anderen. Wer also dem Feind Gift ins Bier geschüttet hatte, lief Gefahr, selbst einen Schluck in den Krug zu bekommen. Und wer nicht anstieß, machte sich höchst verdächtig.
Aus: "Unser Bier" Winter 2002
Deutsches Bier

Ein paar Antworten zum "Anstoßen" und "Absetzen"
Zum Beispiel von Dr. Beer:

Jedem Land, jeder Region, jeder Kneipe seine eigene Trinkkultur! Eigentlich gibt es keine allgemeinen Regeln für die Zeremonie des Zuprostens. Es gibt Länder, da schaut man sich in die Augen beim Zuprosten. In anderen wiederum gilt es als schlechte Sitte, wenn man mit Bier und Wein zuprostet. Und eine Anleitung über korrektes Zuprosten ist mir auch schon begnegnet, wo definiert wird, auf welcher Höhe das Glas sein sollte, bevor man mit den Gläsern anstösst, trinkt und erst wenn alle einen Schluck genommen haben, das Glas abstellen darf. Zeremonien gibt es sehr viele.

Woher der von Dir beschriebene Brauch stammt, kann ich leider nicht genau beantworten. Es könnte jedoch folgende Gegebenheit dazu geführt haben...

Die Zimmerleute und Maurer konnten sich noch nie recht leiden. Wenn sich nun aber bei einem Richtfest alle zusammen mit dem Bauherren getroffen und gefeiert haben, mussten sie auch miteinander anstossen. Mit dem Absetzen haben sie das aber wieder aufgehoben.

oder...

Da beim Anstossen der Gläser ein bisschen Bier überschwappen kann, ist es sicherlich nicht schlecht, wenn man diesen Biertropfen durch Abstellen des Glases auf einen Bierfilz abwischt, statt dass dieser dann auf dem schönen Hemd zu sehen ist. Früher trank man noch vermehrt dunkle Lagerbiere und diese konnten schon rechte Flecken geben. Ein gezapftes Pils hat darum zum Beispiel einen "Kragen" resp. Manchette am Bierglasfuss. Dies vermeidet Tropfen auf Hose und Hemd.


Desweiteren hat mir ein Freund folgende Theorie mitgeteilt:
Irgendwann früher haben nur die hohen Herrschaften angestoßen. Da sich das Volk benachteiligt fühlte, hat es auch irgendwann angestoßen. Wenn dann ein Hochherrschaftlicher mit einem aus dem Volk angestoßen hat, setzte er das Glas noch einmal ab, um dem Vorgang einen symbolischen Bruch zu geben und das Anstoßen mit dem Volksvertreter nicht auf die gleiche Stufe zu erheben wie mit Vertretern des gleichen Standes.
Interessante Erklärungen sind zu jeder Zeit herzlich willkommen. Interessant wären auch die verschiedenen Ausdrucksweisen dazu. Wie z.B. "erden", wohl aus dem Ruhrpott stammend.

Warum absetzen?
Kann mir einer erklären, warum man hier in Bayern (oder ist das was München spezifisches?) nach dem anstoßen (mit Bier) sein Glas noch einmal absetzt, sprich auf den Tisch stellt, bevor man daraus trinkt?

This page is powered by Blogger. Isn't yours?